Ganztraubenpressung:
Art der Vergärung, bei der auf das Abbeeren der Trauben verzichtet wird. Bei der Weißwein-Produktion in Österreich in den letzten Jahren vermehrt eingesetzt. Der Vorteil liegt in säurearmen Jahrgängen, um Säure, Frische, Frucht zu erhalten. Der Alkoholgehalt und Extraktgehalt verringern sich dabei geringfügig.

Garagenwein:
Moderner Begriff für eine geringe Produktionsmenge eines bestimmten Weines; meistens sehr teuer.

Gärbehälter:
Behältnisse (Holz, Beton, Edelstahl) für das Vergären von Wein.

Gärung; gekühlte/kontrollierte:
Die alkoholische Gärung bei Wein läuft durch Umwandlung von Zucker in Äthylalkohol mittel eines sauerstofffreien Stoffwechsels von natürlicher und/oder künstlicher Hefe unter Freisetzung von Kohlendioxid ab. Eine bestimmte Temperatur darf nicht überschritten werden, da sonst die Gärung zu stürmisch (besonders bei großen Behältern) und schnell von sich geht und wertvolle Weinbestandteile verloren gehen, andererseit ungewünschte Nebenstoffe sich entwickeln können. Dieses vermeidet man durch kühle Keller, weiters durch Wasserkühlung oder Glykol (schneller, aber teurer als Wasser) der Behälter (Stahltanks). Die Gärung kann - je nach Jahrgang, Gärtemperatur, angestrebter Weintypus - von ein paar Tagen über mehrere Wochen, Monaten bis Jahre dauern (z.B. bei hochwerigen Süßweinen). Bei bestimmten Weinen (etwa Portwein) wird die Gärung mittels Branntwein abgestoppt, um einen Restzucker zu behalten.

Geiztrieb:
Im Sommer unerwünschte Jungtriebe, deren Frucht (Traubenansatz) entfernt werden müssen, da sie sonst in Konkurrenz zu den Haupttrauben stehen (Wasser und Nährstoffe).

Geläger:
Trubstoffe, die nach dem Abziehen des Weins als Bodensatz im Faß oder Tank zurückbleiben. S.a. Geläger-Brand.

Gelber Muskateller:
Sehr traubig, schlank, rassig Kräuterbouquet.
Obschon er nach seiner Verbreitung immer noch eine Rarität darstellt, hat diese Spielart der Muskat-Familie in den letzten Jahren immer mehr Interesse erweckt. Schon in der Nase von sehr intensiver Traubigkeit geprägt, erinnern viele Muskateller an Zimt und Zitrusschalen; am Gaumen sind sie im Allgemeinen schlank bis kompakt gehalten, charakteristisch ist eine nervige Säurestruktur. Die bekanntesten Muskateller-Standorte liegen in der südlichen Steiermark, aber auch in der Wachau und rund um den Neusiedlersee setzt man zunehmend auf diese individuelle Rebe, deren Weine eher jung genossen werden sollten.

Gemischter Satz:
Früher sagte man: eine Rebsorte im Weingarten ist eine Geige, der gemischte Satz aber ( mehrere Rebsorten ) ein Orchester. Der traditionelle "Gemischte Satz", der für Schankweine gang und gäbe war und teilweise heute noch ist, wird gekeltert aus Trauben verschiedener Sorten, die in einem Weingarten gemischt stehen und gemeinsam gelesen und ausgebaut werden. Ein Klassiker beim Heurigen oder in der Buschenschank.

Geranienton:
Fehlton im Wein; Geruch und Geschmack nach Geranien, verursacht Milchsäurebakterien.

Gerbstoff:
Man unterscheidet Gerbstoffe, die von den Traubenkernen und den Beerenschalen stammen; weiters zwischen reifen und unreifen Gerbstoffen. Letztere schmecken holzig, bitter und decken die Frucht zu. Reife Gerbstoffe sind auch für die Flaschenlagerung zwecks Stabilisierung wichtig.

Gerebelt:
Trauben werden ohne Stiele gepreßt . Abbeeren; die Beeren vom Kamm befreien.

Geruch:
Aroma, Bukett, Duft.

Gesamtalkohol:
Summe des wirklich vorhandenen und potentiellen (Restzucker) Alkohols.

Gesamtextrakt:
Summe der Weinbestandteile, die bei Erhitzung auf 100 Grad C. sich nicht verflüchtigen. Mindestwerte sind im Weingesetz für Qualitätswein und für Landwein festgelegt.

Gesamtsäure:
titrierbare Säure.

Geschein:
Wenn es im Juni in den Weingärten duftet: Blüte der Weinrebe. Blütenstände der späteren Beeren.

Geschmack:
subjektive Wahrnehmung; es gibt vier elementare Geschmacksempfindungen: salzig, süß, sauer, bitter.

Gespritet:
Bei der Erzeugung mit zusätzlichem Alkohol angereichert (z.B. Portwein).

Gestaubter:
auch Staubiger; Jungwein, unfiltriert.

Gestoppt:
Gärung wurde unterbrochen; Restzucker bleibt erhalten.

Getauft:
s.u. Weintaufe.

Getoastetes Barrique:
Um die Dauben zu einem Faß zusammenfassen zu können, müssen sie über einem offenen Feuer gehalten werden ("getoastet"), damit das Holz "weich" wird. Je nach Wunsch kann es leicht, mittel oder stark gebrannt werden. Die darin ausgebauten Weine nehmen dann Toasting-Geschmacksstoffe in sich auf.

Gewürztraminer:
auch Traminer; Qualitätsrebsorte vor allem in der Südoststeiermark (Klöch) und in der Südsteiermark. Teilweise auch im Burgenland und im Weinviertel.

Gipfeln:
s.u. Wipfeln

Glühwein:
Beliebt in den kalten Jahreszeiten; aus Rot- oder Weißwein mit Würzstoffen.

Gleichgepresster:
Weiß- oder Roséwein aus blauen Trauben (die Schalen geben die Farbe, der Saft ist weiß).

Glöger:
Heferückstand.

Glühwein:
Beliebt in den kalten Jahreszeiten; aus Rot- oder Weißwein mit Würzstoffen.

Glykol:
Chemische Verbindung mit hoher Viskosität, die u.a. als Frostschutzmittel und als Kühlmittel bei der Vergärung verwendet wird. Eine Substanz, die auch in kleinen Mengen in Beeren enthalten ist. Ähnelt dem Glyzerin, nur Glykol ist in höheren Mengen giftig.

Glykolsäure:
eine hochwerige Säure im Wein in kleinster Menge.

Glyzerin:
Dreiwertiger, wertvoller Alkohol; s.u. Kirchenfenster.

Goldmedaille:
Wie auch im Sport eine der höchsten Auszeichnungen bei diversen Wein-Prämierungen (z.B. Goldmedaille der Niederösterreichischen Landesweinmesse).

Grand Cru:
Großes Gewächs; ursprünglich nur für französische Weine (etwa Burgund) verwendet. Mittlerweile auch in Österreich stellvertretend benutzt für den (angeblich) größten Wein eines Jahrgangs/Betriebes.

Grappa:
Tresterbrand (Italien)

Grasig:
Geschmack von unreifen Wein.

Grasnarbe:
Begrünung.

Graufäule:
Grauschimmel; negative Botrytis (unreife Beeren werden befallen).

Gris, Pinot:
Ruländer / Pinot gris / Grauburgunder. Ist eine der edelsten Rebsorten und stellt höchste Ansprüche an Boden und Lage. Wahrscheinlich stammt er aus Frankreich (Burgund). Nach Österreich kam er im 14. Jahrhundert durch die Zisterzienser-Mönche von Stift Heiligenkreuz. Kaiser Karl IV. brachte 1375 Pinot-Gris-Setzlinge nach Ungarn, wo der heute noch gültige Sortenname Szürkebarat ("Grauer Mönch") auf die grauen Kutten der Ordensmänner hinweist. Der deutsche Name Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland aus Speyer zurück, der den Grauburgunder 1711 erstmals in der Pfalz kultivierte. Der Ruländer kann hierzulande, besonders in der Steiermark, im Kamptal und im Burgenland, sehr gute Qualitäten erbringen, leider ist er eher selten ausgepflanzt - weniger als ein Prozent der gesamtösterreichischen Rebfläche ist mit ihm bestockt. Charakteristisch sind sein hoher Extraktgehalt mit meist geringer Säure und eine ausgeprägte Geschmacks-Nuance von Schokolade am Gaumen bei ausreichender physiologischer Reife der Trauben. Der Grauburgunder eignet sich bestens zur Cuvéesierung mit Weißburgunder, in der trockenen wie in der süßen Vinifizierung.

Groß:
Bezeichnung für Spitzenqualität.

Großheuriger:
gemeinsames Auftreten der Winzer eines Ortes an einem bestimmten Platz (Straße, Festplatz...). Beliebt als Familienausflug.

Großlagen:
Eine Gruppe beieinanderliegender Weinberglagen.

Grün:
Unreifer Wein.

Gründüngung:
In bestimmten Lagen (Hang- und Terrassenlagen) ist es notwendig den Boden zwischen den Rebzeilen zu begrünen (jede Zeile oder jede zweite), wegen Gefahr von Bodenabschwemmungen bei starken Regenfällen.

Grüner Hahn:
Qualitätsverband aus dem Weinviertel.

Grüner Sylvaner:

Im Jahr 1665 brachte der damalige Abt von Rein die Sylvaner Rebe nach Ebrach/Franken, dem damaligen Mutterklostert. Sie kam
aus dem Teil der Steiermark, der 1918 zu Jugoslawien kam. In Würzburg findet sich eine Inschrift, wonach der damalige Abt von Ebrach, Albert Degen, diese Rebe in Franken verbreitet.
War im Burgenland jahrhundertelang von großer Bedeutung, ebenso in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert weitflächig ausgepflanzt. Als für die Hochkultur wenig geeignete Sorte ist er fast ausgestorben, wird jedoch in letzter Zeit aber wieder vermehrt ausgesetzt und ergibt zartfruchtige, jung zu trinkende Weine.

Grüner Veltliner:

Pfeffrige Würze, fruchtbetont, nahezu immer trocken, enormes Potenzial.
Ein Drittel der gesamten Weinbaufläche nimmt der Grüne Veltliner ein, der damit die mit Abstand häufigste Rebsorte Österreichs darstellt. Diese typisch österreichische Spezialität finden Sie vor allem in den niederösterreichischen Weinbaugebieten nördlich der Donau, wie etwa im Weinviertel, Traisental, Kamptal, Kremstal, Donauland, in der Wachau oder in Wien. Das Spektrum des Grünen Veltliners ist relativ weit reichend: es beginnt bei leichten, spritzigen Weinen, die am besten jung getrunken werden, und reicht bis zu kraftvollen, substanzreichen Gewächsen, die auch lange gelagert werden können. Neu (und erfolgreich) ist das Bemühen, diesen mächtigen Veltliner-Typ durch Barrique-Reifung abzurunden.

Grünfäule:

Traubenkrankheit; unreife Beeren werden vom Pilz befallen (Ursachen: Hagel, Sauerwurm).

G'spritzter:

Die Stärken des G’Spritzen :
Neben seiner optimalen Eignung als Durschlöscher, Aperitif oder leichter Speisebegleiter liefert der klassische G’Spritzte noch den Vorteil des geringen Alkoholgehaltes. Im Normalfall enthält er nur etwa halb soviel Alkohol wie Prosecco & Co. Unterschiedliche Mischungen sind jedem nach Lust und Laune erlaubt, den Schankprofis hingegen werden per Gesetz mindestens 50% Wein für den G’Spritzten vorgeschrieben.

Gumpoldskirchner Königswein:

Marke des Markenschutzverbandes Gumpoldskirchen (Thermenregion).

Gutsabfüllung:

Nach dem Gesetz muß der Abfüller auf dem Etikett genannt werden.

Guyot:

Doppelstreckbogen.

Gyropalette:

Metallkasten für die Alternative zum manuellen Rütteln von Champagner(Sekt)Flaschen, um die Hefe in den Flaschenhals zu konzentrieren.