Babo:
Freiherr von Babo war der erste Direktor der Klosterneuburger Weinbauschule.
Im Jahr 1869 entwickelte er die Klosterneuburger Mostwaage (
KMW).
Bacchus:
Weingott der Römer.
Badener:
Synonym für den Blauen Portugieser (Baden: Thermenregion).
Balsamisch:
Bezeichnung für das Aroma/Bouquet. Erinnert an
Harz und Weihrauch.
Banderole:
Jede Flasche (mit Ausnahme von Tafel- und Landwein nach
der Weingesetznovelle von 1995) muß mit einer streifen- oder
kreisförmigen Banderole
versehen sein; diese dient der Mengenregistrierung und muss beim Öffnen
der Flasche automatisch
zerstört werden.
Barrique:
Kleines Eichenfass mit 225 Liter (Bordelaiser Maß,
in Österreich
die Regel) Inhalt. Im Gegensatz zu den großen Fässern,
besitzt das kleine Fass eine größere Oberfläche zur
gesamten Weinmenge und kann deswegen schneller reifen ("positive
Oxydation"). Andererseits gibt neues Holz bestimmte Aromen in
den Wein ab (etwa Vanille, Kakao, Schokolade, Kokosnuss), das den
späteren Weintypus unterstützen kann.
Beere:
Botanisch: fleischige Frucht unter harter Schale; Traube.
Beerenauslese (BA):
Deutsche und österreichische Wein-Spezialität, vor allem
im Burgenland. In Österreich mindestens 25 Grad KMW; aus überreifen
und edelfaulen Trauben.
Befruchtung:
Bestäubung.
Begrünen:
Zwischen den Rebzeilen werden Pflanzen eingepflanzt.
Behang:
Traubenansatz am Rebstock.
Bentonit-Schönung:
Ein Montmorillonit-Ton; wird in der Regel
zum Schönen des
Weines benutzt (zumeist Weißwein), um ihn klar (keine Trübungen)
zu machen. Hat mit der späteren Qualität nichts zu tun,
außer man nimmt zuviel Bentonit.
Beregnung:
Künstliche Bewässerung für Weingärten
mit zu wenig natürlichem Niederschlag (Tropfberegnung z.B. in
der Wachau).
Berggericht:
Schutzmarke von Falkensteiner Winzer (Weinviertel).
Bergwein:
stammt aus Weingärten mit Hangneigungen über
26 Prozent; er darf, auch wenn er sensorisch nicht die Stufe "Qualitätswein" (mind.
15 Grad KMW) erreicht, in 0,75 und 0,375 l Flaschen abgefüllt
werden.
Bestäubung:
Befruchtung.
Bier:
Kommt in bestimmten Weinen als Bierhefe-Geschmack vor. Muss
nicht fehlerhaft sein.
Biologischer Säure-Abbau (BSA):
Auch malolaktische Säureumwandlung
bezeichnet, kurz: Malo. Unreife Apfelsäure wird in die weichere
Milchsäure umgewandelt.
Dadurch wird der Wein geschmacklich harmonischer und in sich stabiler.
Angestrebt werden soll ein kontrollierter Säureabbau, da sonst
unerwünschte Nebengeschmacksnoten wie Sauerkraut auftreten können.
Auch sollte der Säure-Abbau 100ig% durchgeführt werden,
da sonst Reste übrigbleiben können, die an Yoghurt erinnern.
Biowein:
Aus ökologischem Weinbau stammender Wein.
Bissig:
Wein mit dominanter Säure.
Bittermandel:
Geruch und Geschmack nach Bittermandeln; Weinfehler
(misslungene Schönung)
Bittl:
Im Abgang ein bitterer Ton, der unterschiedliche Gründe
haben kann. Einerseits durch Trockenschäden verursacht, andererseits
durch zu stark ausgepresstes Traubenmaterial, wodurch auch Traubenkerne
zerstört werden und Bittertöne abgeben. Erinnert an Mandel,
Blausäure.
blanc de blanc:
Weißwein (Sektgrundweine) nur aus weißen
Trauben hergestellt.
blanc de noir:
Weißwein (Sektgrundweine) aus Rotweintrauben.
Durch sanfte Pressung wird nur der Saft herausgelöst und sofort
von den Schalen getrennt, in dem sich die roten Farbstoffe befinden.
Blaß:
Wein mit zu geringer Farbe.
Blau:
Weist in der Regel auf Rotweintrauben hin; i.Ggs. zu "Rot",
meistens weiße Sorten. Auch betrunkener Zustand.
Blauburgunder:
Zart-blumig, elegant,
lebhaft.
Ein sehr zartes und dezentes Duftbild, das manchmal an Himbeeren oder Waldboden
erinnert, zeichnet den eleganten Pinot Noir aus, der in Österreichs
Rieden zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bedeutsam sind gut durchlüftete
Standorte, denn diese Rebsorte ist gegen Fäulnis überaus empfindlich.
In den letzten Jahren konnten geradezu mächtige, ausgereifte Blauburgunder
erzielt werden, wobei die besten Resultate östlich und westlich des
Neusiedlersees sowie in den niederösterreichischen Anbauzonen Thermenregion
und Carnuntum gelungen sind, doch auch andere Gebiete bemühen sich zunehmend
um diese kaprizierte Rebsorte, die auch weit besser zu lagern versteht als
man aufgrund ihrer schlanken, manchmal fordernden Art annehmen sollte.
Blauer Portugieser:
Traubig, weich, wenig Gerbstoff.
Der Blaue Portugieser soll einst durch einen Weinhändler von Porto bis
nach Niederösterreich, genauer gesagt Bad Vöslau, gekommen sein.
Auch heute wird diese Rebsorte vor allem in der Thermenregion, aber auch im
Weinviertel angebaut, wo sie in guten Weinjahren sehr sanfte und ausgewogene
Rotweine von angenehmem Veilchenduft und harmonischem Charakter ergibt. Da
sich diese Rebsorte generell sehr rasch entwickelt, sollte sie in ihrer Jugend
getrunken werden.
Blauer Wildbacher:
Brennnessel-artige
Würze, kernig, fordernde Säure.
Der in der ganzen Steiermark kultivierte Schilcher wird aus der Blauen Wildbacher-
Rebe in den weitaus überwiegenden Fällen als Roséwein gewonnen.
Besonders charakteristisch fällt er auf den Gneis- und Schieferböden
der Weststeiermark aus, die ihm ein unnachahmlich grasig-würziges Bukett
und eine zupackende Säurestruktur verleihen. Seine unbekümmert-springlebendige
Art spielt der Schilcher am besten im Jahr nach der Lese aus; er sollte daher
ganz jung genossen werden.
Blaufränkisch
(Lemberger):
Dunkelbeerig,
herb-würzig, mittlerer Tanningehalt.
Der Name des Blaufränkischen stammt vermutlich aus der Zeit Karls des
Großen, in der alle wertvollen Sorten als Fränkisch klassifiziert
wurden. Heute wird diese Rebe im gesamten Burgenland und in Niederösterreich
vor allem im Weinbaugebiet Carnuntum kultiviert; sehr prägnante Blaufränkische
gedeihen etwa im als Blaufränkischland apostrophierten Mittelburgenland
und im Südburgenland. Die autochthone Rebsorte ergibt in ihrer Jugend
einen ungestümen, tief-fruchtigen Rotwein, der durch die Lagerung samtiger
und geschmeidiger wird und zusätzliche Facetten gewinnt; er eignet sich
zudem gut für den Ausbau in Barriques.
Blauschönung:
Kaum mehr angewendete Schönung, die überschüssiges
Eisen und Kupfer aus dem Wein entfernen soll. Früher bestanden
Kellerausrüstungen oft aus Eisen, Kupfer oder Bronze. Diese
Metalle wurden bei längerer Lagerung von den Säuren des
Weines angegriffen. Heute zumeist ist die Blauschönung verboten,
weil man vermutet, daß sich im fertigen Wein giftige Blausäure
bilden könnte.
Blind:
Vorstufe von trüb.
Blindrebe:
Einjähriger Rebtrieb, der zur Bewurzelung in den
Boden gesteckt wird und zur Züchtung dient.
Blindverkostung:
Weine werden gedeckt verkostet; d.h. der Koster
weiß nicht,
woher und von wem der Wein ist. Die ehrlichste Verkostung, um einen
Wein beurteilen zu können.
Blume:
s.a. Aroma.
Jede Rebsorte hat ein unverwechselbares Aroma, daß poetisch
auch als Aroma angesprochen wird. So gibt es aromatische Sorten (Muskateller,
Sauvignon blanc, Traminer, Riesling, Muskat Ottonel), die eine ausgesprochen
intensive Blume aufweisen.
Blüte:
Geschein; Voraussetzung zur Befruchtung und daraus
resultierenden Fruchtansatz.
Bocksbeutel:
Eigenständige Flaschenform; hauptsächlich
in Deutschland (Franken) verwendet.
Böckser:
Ein Weinfehler, der während der Vinifikation
oder im Ausbau entstehen kann und auf die Bildung von Schwefelwasserstoff
zurückzuführen
ist. Der Wein riecht unangenehm nach faulen Eiern bzw. nach einem
angezündeten Streichholz.
Bodensatz:
Depot in der Flasche/Glas.
Bodenterrassen:
Natürliche Weinberganlage.
Botrytis Cinerea:
Edelfäulnis, Edelschimmelpilz, typischer
Geschmack von vielen Weinen hoher Prädikate, wenn Edelfäule
bei vollreifen Trauben. Sonst unerwünscht (Fäulnisgeschmack,
muffiger), vor allem bei Rotweinen.
Bottich:
Gärständer; auch Lagerbehältnis.
Bouteille:
Flasche mit 0,75 Liter Inhalt (oder 0,7 L-Flasche bis
Ende 1996). Laut Gesetz dürfen Bouteillen nur mit Qualitätsweinen,
bei Schilcher und Bergwein auch mit Tafel- oder Landwein gefüllt
werden.
Bouqett:
s.u. Aroma
Bouvier:
Ursprünglich eine Tafeltraube; heute vor allem im
Seewinkel (Burgenland) gelesen für unkomplizierte Jungweine,
aber auch für hohe Prädikate.
Brandig:
Wenn ein Wein zu alkokolisch schmeckt, spricht man vom
brandigen Wein.
Branntwein:
Spirituose, die ausschließlich durch Destillation
zu weniger als 86%Vol. Alkoholgehalt von sortenreinem Wein oder Branntwein
bzw. durch erneutes Destillieren zu weniger als 86%Vol. eines Weindestillates
gewonnen wird.
Brennwein:
Wein, der nur zum Herstellen von Weinbrand verwendet
werden darf.
Brut:
Sehr trocken (für Schaumweine gebräuchlich).
Bukett:
s.u. Bouquet.
Burgunder:
Eng gefasst sind die Mitglieder der Burgunderfamilie
Pinot blanc (Weißburgunder), Pinot gris (Grauburgunder oder
Ruländer)
und Pinot noir (Blauburgunder). Entferntere Familienanghörige
sind Neuburger, St. Laurent und Chardonnay.
Burgunderstinkerl:
Bestimmte Weine aus den Sorten Chardonnay oder
Weißburgunder
können ein sortentypisches "Stinkerl" aufweisen. Kein
Weinfehler.
Buschen:
optisches Zeichen des "Aussteckens"; zeigt an,
dass hier nur Wein aus dem Eigenbau angeboten wird; in der Wachau
eine aus Stroh geflochtene Sonne, um Poysdorf (Weinviertel) Hobelscharten.
Buschenschank:
andere Bezeichnung für " Heuriger";
zumeist außerhalb von Wien.
Butte:
Bezeichnung für ein am Rücken getragenes Behältnis
(30 bis 40 Kilogramm) während der Lese.
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